Rückfahrten & Rückladungen

Rückfahrten wirtschaftlich und systematisch steuern

Rückfahrten sind ein direkter Hebel für Auslastung, Leerquote und Ergebnis.

Einordnung

Rückläufe sind ein Managementthema

Rückfahrten werden häufig operativ behandelt, obwohl ihr Einfluss auf Marge und Netzwerkqualität strategisch relevant ist.

Bewertung je Rundlauf

Eine Hinfahrt, die für sich knapp ist, kann im Rundlauf die beste Entscheidung sein — und umgekehrt.

Zwei Formeln, zwei Zahlen

800 beladene und 200 leere Kilometer ergeben 20 Prozent nach der üblichen Formel und 25 Prozent nach der ehrlicheren.

Erkennung über Fahrzeug und Zeit

Gleicher Auflieger, zeitlich zusammenhängend, geschlossen bei der Rückkehr — nicht über die Entfernung zwischen zwei Orten.

Ablauf · rund 45 Sekunden Wie aus zwei Fahrten ein Rundlauf wird — und warum die Erkennung meist scheitert

    Die Hinfahrt ist vergeben und kalkuliert — als einzelne Fahrt.

    Läuft automatisch · jederzeit anhaltbar
    Belegte Zahlen

    Was sich öffentlich belegen lässt

    Amtliche Zahlen als Anhaltspunkt — der eigene Wert steht im Rechner darunter.

    21,6 % der Fahrzeugkilometer im EU-Straßengüterverkehr entfielen 2024 auf Leerfahrten — gerechnet als Leer ÷ Gesamt, die Formel, die das Problem kleinredet. Eurostat, Straßengüterverkehrsstatistik 2024
    rund 75 % der Binnengüterverkehrsleistung in der EU laufen über die Straße. Der Hebel liegt damit dort, nicht bei der Verlagerung. Eurostat, Modal Split (Tonnenkilometer)
    13 % beträgt der Leeranteil im internationalen Verkehr — halb so viel wie im nationalen. Wer im Fernverkehr fährt, misst sich am falschen Wert, wenn er den EU-Durchschnitt heranzieht. Eurostat, Straßengüterverkehrsstatistik 2024
    Im Einzelnen

    Warum Rückfahrten teurer sind, als die Kennzahl zeigt

    Die übliche Formel beschönigt das Problem

    Leer geteilt durch Gesamt hat einen Haken: Je mehr Leerkilometer dazukommen, desto grösser wird auch der Nenner. Das Problem wächst — die Kennzahl wächst langsamer.

    • 800 beladene, 200 leere Kilometer. Klassisch gerechnet: 20 Prozent.
    • Dieselbe Fahrleistung, Leer ÷ Beladen: 25 Prozent.
    • Fünf Prozentpunkte, die in der Steuerung nicht auftauchen — hochgerechnet auf Flotte und Jahr ein Betrag, den niemand sieht.

    Der zweite Wert ist der unbequemere und deshalb der bessere. Beide stehen im Rechner nebeneinander:

    Warum die Rückladung aus der schwächeren Position verhandelt wird

    Stammrelation, Telefon, Frachtenbörse — alle drei setzen an der einzelnen Fahrt an, nachdem die Hinfahrt bereits vergeben ist.

    • Der Auflieger steht bereits am Entladeort. Die Alternative ist die Leerfahrt, und der Markt weiss das.
    • Das Ergebnis hängt an einzelnen Personen. Fällt der Disponent aus, der die Relationen im Kopf hat, fällt die Quote — ohne dass jemand erklären kann, warum.
    Der vierte Weg

    Die Rückladung anbieten, bevor jemand danach sucht

    Die drei Wege oben setzen an, wenn die Fahrt schon vergeben ist. Dieser setzt vorher an: Das System weiß, wo ein Frächter zuletzt entladen hat, und schlägt ihm die passende Ladung von sich aus vor. Er pflegt keine Suche.

    1. Zuerst

      Die gefahrene Relation

      Wer diese Strecke in den letzten sechs Monaten gefahren ist, sieht die Ladung zuerst. Verglichen wird Land und Postleitzahlgebiet, nicht Luftlinie.

    2. Dann

      Die Rückladung

      Der Beladeort liegt dort, wo der Frächter in den letzten vierzehn Tagen entladen hat. Genau der Fall, in dem sonst leer gefahren wird.

    3. Zuletzt

      Das Länderpaar

      Wer die Länderverbindung fährt, aber diese Strecke nicht, kommt danach – als Angebot, nicht als Treffer.

    Einmal am Tag geht daraus eine Nachricht heraus, höchstens zehn Ladungen, und jede Ladung je Empfänger nur einmal. Auftraggeber ist darin immer LOG|CONS: wer für wen fährt, ist keine Angabe, die eine Ladungsmeldung braucht.

    Was das Verfahren nicht kann: Es braucht Historie. Ein Frächter ohne gefahrene Sendungen erreicht nur die dritte Stufe, ein neuer keinen Treffer. Und Reichweite ersetzt es nicht – wer Kapazität außerhalb des eigenen Netzes sucht, braucht einen Marktplatz. Dieses Verfahren ist für den Fall gebaut, dass der passende Frächter schon da ist und es nur niemand weiß.

    Leerkilometer

    Leerkilometer zahlen Sie, ob Sie sie fahren oder einkaufen

    Wer sie fährt, zahlt sie als Kosten. Wer Transport einkauft, zahlt sie im Preis – nur unsichtbar. Sichtbar machen ist der erste Schritt.

    Häufige Fragen

    Rückfahrten, Leerquote und Rundläufe

    Wie berechnet man die Leerquote richtig?

    Leer ÷ Gesamt ist die verbreitete Formel, Leer ÷ Beladen die aussagekräftigere — der Nenner wächst dort nicht mit dem Problem. Nach aussen die erste, für die eigene Steuerung die zweite.

    Was ist eine gute Leerquote im Landverkehr?

    Eurostat weist für 2024 21,6 % der Fahrzeugkilometer aus (national 24–25 %, international 13 %). Realistisch sind im internationalen Charterverkehr 12–18 %, gut disponierte Rundlauf-Flotten liegen bei 8–12 %.

    Deshalb vergleichen die Rechner hier gegen 12 Prozent und nicht gegen den amtlichen Durchschnitt: Wer sich an den 21,6 Prozent misst, gibt sich zu früh zufrieden.

    Lohnt eine Rückladung unter Vollkosten?

    Die Alternative ist die Leerfahrt. Jede Rückladung, die mehr einbringt als die zusätzlichen Kosten ihrer Durchführung, ist besser. Gefährlich wird es, wenn der Grenzfall zur Regel wird.

    Warum erkennt unser System keine Rundläufe?

    Weil es sie geografisch sucht. Verlässlicher ist die Betrachtung über dasselbe Fahrzeug in einem zusammenhängenden Zeitraum, geschlossen bei der Rückkehr ins Ausgangsland.

    Was bringt die Auswertung je Relation?

    Der Gesamtwert sagt, ob es ein Problem gibt; die Auswertung je Relation sagt, wo es liegt. Der überwiegende Teil der vermeidbaren Leerkilometer stammt aus wenigen Relationen.

    Direkte Anfrage

    Leerquote reduzieren?

    Kurze Analyse, wo strukturelle Hebel für Rückläufe in Ihrem Netzwerk liegen.